Nachhaltig Bauen by heat-engine GmbH, Wolfwil

Die aktuelle Krise zeigt, dass die Natur durchaus in der Lage ist, sich das zurückzuholen was der Mensch ihr entreisst. Wir müssen lernen unseren verschwenderischen Umgang mit Ressourcen zu zügeln und wieder näher an unsere Umwelt zu rücken.

Die Schweiz als schlechtes Beispiel

Würde man den schweizerischen Verbrauch durch unsere verschwenderische Lebensweise hochrechnen, würden der Menschheit 2 ½ Planeten (Global Footprint Network) nicht ausreichen. Dabei ist der Energiebedarf für die Herstellung, Heizung und Betrieb von Gebäuden ein wichtiger Faktor. Der Lebenszyklus eines Gebäudes nutzt knapp die Hälfte der gesamten Energie.

Energiestrategie 2050, ein Teil der Lösung

Mit der Energiestrategie des Bundes ist das Ziel gesetzt, den Verbrauch der Schweiz so zu reduzieren, dass unserer Bevölkerung 1 Planet zum Leben reicht. Der Kanton Solothurn, welcher diese ablehnte, ist hier ein schlechtes Beispiel in einer globalen Diskussion und Handlungspflicht. Und der Bund korrigiert dies nun über das kommende CO2-Gesetz, mit welchem der Kanton wieder in die Pflicht genommen wird.

Was kostet mich die Nachhaltigkeit?

Dazu gibt es einige Studien von Verbänden und Hochschulen, gemäss den neueren Studien liegen die Mehrkosten gegenüber einer konventionellen Bauweise zwischen 0 und 2%. Also minimal!

In der Planung und Bauausführung

Unter Nachhaltigem Bauen verstehen wir die Bewahrung des Ökosystems und der Umwelt, auf den Nutzen für Mensch und Gesellschaft und auf Optimierung und Steigerung der ökonomischen Potenziale eines Gebäudes ausgerichtete Bauweise im Planungs- und Bauausführungsprozess.

Nachhaltiges Bauen hat viele Vorteile, es

  • hilft, die städtebaulichen Qualitäten zu erhalten respektive zu verbessern.
  • schafft gesunde, sichere und komfortable Gebäude, die das Wohlbefinden der Nutzer fördern.
  • hilft, eine zukunftsfähige Infrastruktur und Grundversorgung zu schaffen.
  • sichert die Wertbeständigkeit von Gebäuden und Infrastruktur.
  • stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Planungs-, Bau- und Immobilienwirtschaft.
  • optimiert die Lebenszykluskosten von Bauwerken.
  • trägt dazu bei, Natur und Artenvielfalt zu erhalten.
  • verbessert die Effizienz im Umgang mit Ressourcen.
  • minimiert die Auswirkungen auf Boden, Wasser, Klima, Luft.
  • fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
  • schafft die Voraussetzungen, dass die Energiestrategie umgesetzt und die Klimaziele erreicht werden.

Standards und Labels decken die Aspekte der Nachhaltigkeit unterschiedlich ab

Von GEAK® zum Eco-BKP über Minergie® ECO oder dem SIA-Effizienzpfad bis hin zur Energiestadt, 2000 Watt-Areale, DGNB und SNBS Hochbau. Es gibt einige Labels welche sich mit Nachhaltigem Bauen oder einzelnen Aspekten wie: Betriebsenergie, Komfort, Innenraumklima, Materialisierung, Graue Energie, Kosten, Wirtschaftlichkeit, Gesellschaft, Soziales, Mobilität und Umgebung befassen. Ob ein Label oder welches für Ihr Projekt geeignet ist sollten Sie mit einem Fachmann diskutieren und entscheiden.

Kreislauf Haus: Energie, Umwelt, Ressourcen

Aus wirtschaftlicher Sicht ist eine hohe Qualität beim nachhaltigen Bauen Trumpf. Dadurch wird der Werterhalt des Gebäudes gesichert. Weiter senken sich die Betriebs- und Unterhaltskosten mit energieeffizienten Massnahmen. Auch wichtig: Den Energie- und Ressourcenverbrauch der verbauten Materialien über den gesamten Lebenszyklus mit einrechnen.

Eine kleine Checkliste für Nachhaltiges Bauen

  • Standortwahl beachten (Anfahrtsweg zum Arbeitsplatz kurzhalten).
  • Nutzungsflächen optimieren (mehr dazu später).
  • Recycelte Baustoffe (wie Recycling-Beton) verwenden.
  • Lehm sorgt für ein gutes Raumklima und speichert Wärme.
  • Baustoff Holz (FSC-Label beachten) einbinden wo möglich.
  • Es mit Glas und Beton nicht übertreiben (graue Energie-Bilanz der Baustoffe beachten).
  • Wärmedämmung aus Naturfasern (z.B. Hobelspäne, Flachs, Holzfasern, Roggen).

Diese Checkliste könnte noch wesentlich grösser ausfallen, Sie zeigt aber einen guten Start für erste Gedanken zu diesem Thema.

Minimalismus, ein Denkanstoss

Ein Nachhaltiger Bau ist jedoch nur ein Teil. Wir müssen uns vor dem Baubeginn einige Fragen stellen und unsere eigene Lebensweise erst einmal überdenken. Wieviel Platz brauchen Sie wirklich und auf was können Sie verzichten? Entschlacken Sie sich von Ihren Altlasten, was Sie die letzten 5 Jahre nie gebraucht haben werden Sie in der Regel auch in den nächsten 5 Jahren nicht benötigen. Verzichten Sie auf den Estrich, bauen Sie den Dachstock aus oder entscheiden Sie sich für ein Attikageschoss. Verzichten Sie auf Räume, wenn Sie diese nur 1-2 Wochen im Jahr nutzen. Dieser Verzicht erhöht die Wirtschaftlichkeit und spart bares Geld. Hier beginnt Nachhaltigkeit.

Nicht verzichten, aber bewusster Leben

Wenn man sich die vorgenannten Beispiele anschaut wird einem bewusst, wir müssen nicht auf viel verzichten, aber wir müssen anfangen bewusster zu Leben. Die Nutzflächen im Haus welche wir «täglich» nutzen werden nicht wesentlich weniger. Die Technologien, welche wir nutzen werden, dadurch nicht viel weniger können. Aber die Belastung für unsere Umwelt wird eingeschränkt. Denn diese muss dringend wieder sinken.

Das Frühjahr 2020 nutzen

Die erste Jahreshälfte 2020 hat uns gezeigt, dass wir uns durchaus zusammennehmen und beschränken können. Wir mussten lernen was uns wichtig ist und was und langfristig weiterbringt. Vieles in unserem Leben ist schlicht unnötig oder von so geringer Relevanz, dass ein Weglassen nicht weh tut. Nutzen wir diese Erfahrung und passen uns an, ändern wir unser Verhalten, denn das ist Innovation im Handeln!

Machen Sie einen ersten Schritt

Nehmen Sie sich Stift und Papier, notieren Sie was für Sie wichtig ist und worauf Sie verzichten können. Haben Sie alte Baustoffe in Ihrem Haus (Asbest, halogenhaltige Dämmstoffe und andere Altlasten)? Planen Sie eine Entschlackung der Bausubstanz. Ein solches Projekt eignet sich wunderbar, um Raumnutzungen zu hinterfragen: Kann ich Räume neu, und vor allem regelmässiger nutzen? Oder ist ein Ausbau einer Etage, und deren Vermietung möglich?

Denken Sie an die kantonale Förderung

Durch den Umbau und zusätzliche Dämmungen, welche Ihnen Energiesparen helfen können Sie auch auf kantonale Unterstützung zurückgreifen. Ab einer Fördersumme von 10 000 CHF, ist jedoch ein Gebäudeenergieausweis GEAK® Plicht. Hier können wir Sie unterstützen, und auch in der Beratung von Baustoffen und Sanierungs- und Umbaumöglichkeiten.

Es ist nie zu spät für den ersten Schritt, gehen sollte in jeder von uns. Wenn nicht gestern, dann jetzt!

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